Testkonzeption und Durchführung
Der Test wurde spracharm und -sensibel konzipiert. Die Arbeitsanweisungen für Lernende entsprechen dem Grundstufen-Sprachniveau A1/A2 nach dem Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmen für Sprachen. Das diagnostische Verfahren eignet sich damit für Kinder aus vielen sprachlichen Kontexten. Trotzdem sollte man sich bei der Durchführung des Tests davon überzeugen, dass die Erklärungen zur Bearbeitung der Aufgaben von den Kindern verstanden wurden.
Viele der mehrsprachig aufwachsenden Lernenden verfügen über recht gute Deutschkenntnisse, haben aber Probleme mit seltenen Wörtern oder komplexen grammatischen Strukturen. Bei niedrigen Testergebnissen im PLT könnten hier neben grundlegenden Problemen in der Lesekompetenz auch unzureichende Sprachkenntnisse eine mögliche Ursache sein. Um sich hier ein genaueres Bild zu verschaffen, können Sie Tests zur Sprachstandserhebung einsetzen. Die PLT-Hinweishefte 1/2 und 3/4 enthalten Beispiele für entsprechende Verfahren.
Unabhängig von der Sprachkompetenz im Deutschen kann die Fähigkeit zum basalen Lesen über die Aufgabe Wörtertreppe aus der Vertiefenden Diagnostik des PLT überprüft werden (Schnitzler & Scheerer-Neumann 2021). Die Wörtertreppe enthält neben unterschiedlich komplexen deutschen Wörtern auch Pseudowörter, die zwar deutsche Sprachstrukturen berücksichtigen, aber keine Wortschatzkenntnisse voraussetzen. Das Wortmaterial sowie Hinweise zur Durchführung und Auswertung der Aufgabe Wörtertreppe finden Sie in den PLT-Hinweisheften 1/2 und 3/4.
Falls Sie sich unsicher sein sollten, arbeiten Sie sich vorab in das Testdesign und die begleitenden Materialien, z.B. die PLT-Hinweishefte 1/2 und 3/4 oder die Schnellstartanleitung für die Online-Auswertung ein. Gehen Sie den Test für sich selbst Schritt für Schritt durch.
Auswertung
Bei der Auswertung ist die geeignete Vergleichsgruppe die sogenannte „Gesamtstichprobe.“ Sie umfasst eine Vergleichsgruppe aller Lernenden der entsprechenden Klassenstufe, die ein- und mehrsprachig aufwachsen. Bei Kindern mit noch erheblichen Sprachproblemen im Deutschen, die z. B. erst in den letzten Jahren zugewandert sind, geben die Ergebnisse zwar einen Einblick in ihren Umgang mit deutschsprachigen Texten, erfassen jedoch nur anteilmäßig ihre Lesekompetenz. Die oben angesprochene vertiefende Diagnostik (PLT-Wörtertreppe) und eine Diagnose des Sprachstandes können hier Klarheit bringen.
Zusätzlich dazu können Sie bei der Auswertung die Vergleichsgruppe „Teilstichprobe D“ heranziehen. Diese Stichprobe umfasst Lernende, die zu Hause nur Deutsch sprechen. Ein Vergleich mit dieser Bezugsnorm ist allerdings nur für Kinder sinnvoll und belastbar, die ebenfalls nur Deutsch zu Hause sprechen und keinen Zuwanderungshintergrund haben.
Förderung
Jedes Kind, ob ein- oder mehrsprachig, hat individuelle Stärken und Schwächen, die Sie im Anschluss an eine Diagnostik fördern und fordern können. Prinzipiell gilt für die Leseförderung von Mehrsprachigen das Gleiche wie für Leseförderung einsprachig aufwachsender Lernender: Die Förderung sollte möglichst zielgenau an den bestehenden Problemen ansetzen, z. B. am Worterkennen, der Lesegeschwindigkeit, der Lesegenauigkeit, der Leseflüssigkeit und dem Leseverständnis (Schnitzler & Scheerer-Neumann 2021). Wählen Sie je nach dem PLT-Testergebnis die entsprechenden Fördermaterialien aus.
Allerdings muss bei mehrsprachigen Lernenden die Leseförderung unter Umständen noch mehr leisten, denn sie ist immer auch integrierte Sprachförderung (Schnitzler & Scheerer-Neumann 2022). Nutzen Sie Fördermaterialien aus dem Klett-Lehrwerksfamilien, wie z.B. die 3-fach differenzierten Texte im Lehrwerk Niko. Sie können auch die grünen Anoki Übungshefte Lesen nutzen, um das selbstgesteuerte Lernen Ihrer mehrsprachigen Kinder zu fördern. Falls Sie unsicher sind, können sie eine Einzelförderung durchführen.
Viel Erfolg bei der Durchführung des PLT!